Szene 2
Da erscheint die Eule im Fluge.
EULE
Was ist das für ein Gegrunze und
Gequieke da, ich hab euch bis zu
den Hügeln hinauf gehört. Alles
in Ordnung?
DACHS
Ein Frischling. Frisch aus der
Rotte gefallen. Zu neugierig –
wie immer.
EULE
Das kann den Besten passieren.
Wir helfen dir, kleiner Freund,
deine Rotte werden wir schon
wiederfinden.
FRISCHLING
Wirklich? Ihr werdet mich nicht
fressen?
DACHS
Nein, wir fressen keine
Schweine.
EULE
Und schon gar nicht so kleine.
DACHS
Wir finden deine Familie.
FRISCHLING
Was, ihr werdet mir helfen? Auch
wenn ich ein bisschen laut war…?
EULE
Ja klar, besser als würdest du
wieder anfangen nach deiner Mama
zu quieken.
DACHS
Laut ist nicht so schlimm, aber
verloren sein schon. Ich kann
schnüffeln. Ich rieche, ob hier
frische Spuren sind.
Plötzlich hört man Hufgetrappel und ein Reh kommt aus dem
Dickicht.
REH
(aufgeregt)
Ich habe Stimmen gehört… Es war
so laut und dann ganz still. Ist
jemand gefressen worden? War's
ein Wolf, ein Fuchs? Wo ist der
Übeltäter? Ist jemand verletzt?
EULE
Es ist ein Frischling, allein
unterwegs. Wir suchen seine
Familie.
REH
Oh, so eine Sauerei, aber ich
kenne ihre Wege. Die
Wildschweine ziehen oft in
Richtung Bach. Ich zeig euch den
Weg.
Die vier gehen von der Bühne ab.
Lied des Dachses:
Ich schnüffel nachts,
Ich schlaf am Tag,
Weil ich das Dunkle lieber mag.
Ich wälz mich leis'.
In Laub und Gras,
Und grummel durch den feuchten
Spaß
Ich bin der Dachs, nicht laut,
nicht schnell,
Doch klug, geduldig und ziemlich
hell.
Wer wissen will,
Was nachts geschieht
frag mich
ich folg' der Spur,
die keiner sieht.
Ich kenn den Wolf, den Fuchs
das Reh.
Erschnüffel sie brauch' sie
nicht sehn.
Ich bin der Dachs, nicht laut,
nicht schnell,
Doch klug, geduldig, und richtig
hell.