Das Wunder in der Nacht

Das Wunder in der Nacht ist ein modernes Weihnachtsdrama in acht Szenen, für 15-20 Darsteller im Alter von 8-15 Jahre.

Die Geschichte, lehnt sich rudimentär an das Märchen No.39 "Die Wichtelmänner" aus der Sammlung der Gebrüder Grimm an. Im thematischen Mittelpunkt steht die Diskussion "Weihnachtsmann oder Christkind" und damit auch die Diskrepanz zwischen Tradition und Moderne. Aber auch Solidarität und Nächstenliebe sind Bestandteile dieses heiteren und augenzwinkernden Dramas.

Dauer: 25-30 Minuten.

Figuren

Anton, ist ein traditionsbewusster, gutherziger Schuster, der mit der modernen Welt zu kämpfen hat. 
Sandra seine Frau, ist kreativ und optimistisch. Sie unterstützt ihren Mann trotz aller Schwierigkeiten. 
Julia, Martin und Ella, deren Kinder, sind hilfsbereit,  neugierig, aufgeschlossen und voller Fantasie. 
Das Christkind und seine Begleiter, sind modern und punkig, mit einem Sinn für Gerechtigkeit. Mit Herz unterstützen sie die Familie. 
Weihnachtsmann, geschäftstüchtig und zielorientiert, zeigt sich aber dennoch solitarisch. 
Ein Polizist 
Flucks und Otto, zwei Tagelöhner

Maroniverkäufer 
Mehrere Kobolde und Zwerge

Das Theaterstück kann von Schulen, die Mitglied des Vereins ARTig&klug sind, kostenlos bezogen werden. Sie haben das Recht das Stück in ihrer Schule aufzuführen, so lange sie Mitglieder sind, alle anderen bitte auf Anfrage.

Anfrage

Idee: Markus Jastraunig
Text: Michael Sauter

Leseprobe

SZENE 2
Die Familie des Schusters Anton ist zuhause, es ist Abend, draußen ist es kalt. Sie sind arm und der Tisch ist karg gedeckt, trotzdem sitzt die Familie zusammen und sie essen Suppe. 

MARTIN (Der mittlere Sohn)
Bald kommt der Weihnachtsmann. Ich kann's kaum erwarten.

ANTON (Der Vater)
(erregt)
Das Christkind, das bringt die Geschenke. So war es immer und so wird es bleiben!

JULIA (Die älteste Tochter)
Aber Papa, in der Schule sagen alle, dass der Weihnachtsmann die Geschenke bringt! Der hat doch die Rentiere und den Schlitten! 

MARTIN 
(mit Überzeugung)
 Ja genau und er fliegt durch den Himmel und kommt durch den Kamin! Das Christkind … das klingt doch altmodisch.

 ANTON
(leicht verärgert) 
Altmodisch?! So ein Quatsch! Das Christkind kennt jeden, der Hilfe braucht. Es sieht uns, es kümmert sich darum, dass es allen Menschen gut geht! 

JULIA 
(nachdenklich) 
Schön wär's. 

SANDRA (Die Mutter)
(lächelnd)
Ach, lasst sie doch. Am Ende ist es doch egal, wer kommt – Hauptsache, es kommt jemand, nicht wahr? 

JULIA
 (nachdenklich) 
Vielleicht arbeiten die beiden ja zusammen? Das wäre cool! Das Christkind und der Weihnachtsmann, als Team. 

ANTON 
Hm, Teamwork…?  

(schüttelt den Kopf) 
Die beiden? Nein, das glaube ich nicht. Das Christkind kann das schon alleine. Der Weihnachtsmann, das ist so ein amerikanischer Brauch. Den gab es bei uns früher nicht. 

ELLA (Die Jüngste)
Ich will, dass das Christkind zu mir kommt. 

MARTIN 
Und zu mir kommt der Weihnachtsmann. Der ist stärker und kann größere Geschenke transportieren. 

ELLA 
Ich brauch keine größeren Geschenke. Ich bin ja auch nicht so groß. 

SANDRA 
(lächelt) 
Bisher hat doch jeder etwas bekommen. Das wird auch heuer so sein. Und von wem ist doch schließlich egal.