SZENE 2
Die Familie des Schusters Anton ist zuhause, es ist Abend, draußen ist es kalt. Sie sind arm und der Tisch ist karg gedeckt, trotzdem sitzt die Familie zusammen und sie essen Suppe.
MARTIN (Der mittlere Sohn)
Bald kommt der Weihnachtsmann. Ich kann's kaum erwarten.
ANTON (Der Vater)
(erregt)
Das Christkind, das bringt die Geschenke. So war es immer und so wird es bleiben!
JULIA (Die älteste Tochter)
Aber Papa, in der Schule sagen alle, dass der Weihnachtsmann die Geschenke bringt! Der hat doch die Rentiere und den Schlitten!
MARTIN
(mit Überzeugung)
Ja genau und er fliegt durch den Himmel und kommt durch den Kamin! Das Christkind … das klingt doch altmodisch.
ANTON
(leicht verärgert)
Altmodisch?! So ein Quatsch! Das Christkind kennt jeden, der Hilfe braucht. Es sieht uns, es kümmert sich darum, dass es allen Menschen gut geht!
JULIA
(nachdenklich)
Schön wär's.
SANDRA (Die Mutter)
(lächelnd)
Ach, lasst sie doch. Am Ende ist es doch egal, wer kommt – Hauptsache, es kommt jemand, nicht wahr?
JULIA
(nachdenklich)
Vielleicht arbeiten die beiden ja zusammen? Das wäre cool! Das Christkind und der Weihnachtsmann, als Team.
ANTON
Hm, Teamwork…?
(schüttelt den Kopf)
Die beiden? Nein, das glaube ich nicht. Das Christkind kann das schon alleine. Der Weihnachtsmann, das ist so ein amerikanischer Brauch. Den gab es bei uns früher nicht.
ELLA (Die Jüngste)
Ich will, dass das Christkind zu mir kommt.
MARTIN
Und zu mir kommt der Weihnachtsmann. Der ist stärker und kann größere Geschenke transportieren.
ELLA
Ich brauch keine größeren Geschenke. Ich bin ja auch nicht so groß.
SANDRA
(lächelt)
Bisher hat doch jeder etwas bekommen. Das wird auch heuer so sein. Und von wem ist doch schließlich egal.